100% handgearbeitet made in Germany

Versandkostenfrei ab € 85.00

INDIVIDUELLE ANFERTIGUNG AUF WUNSCH

Wollwissen fürs Wollbefinden

Was Dich (vielleicht) schon immer an Wolle interessiert hat!

Wo kommt die Merinowolle eigentlich her? Welche Tiere spenden uns ihre Haare, die ich zur bekannten Meisterstücke-Wolle färbe, und aus der wir dann tolle Pullover, Schals, Socken oder Tücher stricken können? Ist es für die Tiere eigentlich gesund, wenn sie geschoren werden? Was unterscheidet Alpaca-Wolle von Lama-Wolle? Warum ist Kashmir-Wolle so wertvoll? Auf diese Fragen (und noch viele mehr) findet Ihr die Antworten in diesem Abschnitt. Viel Spaß beim Lesen und Lernen!

Wollart Was sie besonders macht
Mulberry – Seide Wer den luxuriösen Touch liebt, der macht mit Seide alles richtig. Die wertvollste und qualitativ beste Naturseide ist dabei die Mulberry-Seide, die ihren Namen von der Hauptnahrung der Seidenspinnerraupen erhalten hat: den Blättern des Maulbeerbaumes. Die Seide wird aus dem Kokonfaden der possierlichen Kriechtiere gewonnen. Diese Fäden sind zum Glück keine Ausscheidungen der Raupen, sondern werden von ihnen besonders fein und gleichmäßig gesponnen. So ein Faden kann bis zu 4000 Meter lang werden und ist extrem robust und stark wie Stahl. Für die Allergiker unter uns ist es wichtig zu wissen, dass Seide hypoallergene Eigenschaften besitzt und ganz besonders hautfreundlich ist. Darüber hinaus eignet sie sich durch ihre feuchtigkeitsabsorbierenden und -abgebenden Eigenschaften für das Tragen in allen Jahreszeiten. Das exklusive und edle Material ist recht empfindlich, so dass Seide nur mit der Hand und bei einer Temperatur von maximal 30 Grad gewaschen werden sollte. Haupterzeugerländer sind nach wie vor China, Japan, Indien, Thailand und Brasilien.
Kid Mohair Mohair-Wolle ist das feinste und flauschigste Haar der jungen Angoraziegen. Aber keine Sorge: die Babyziegen werden nicht geschlachtet, sondern erhalten nur ihre erste Schur. Für die Faktenfreaks: Kid-Mohair-Wolle hat einen Durchschnittswert von 24 – 29 Micron und ist daher ganz besonders weich. Je jünger das Tier, desto feiner das Haar, je älter das Tier wird, desto höher der Micronwert. Wie im richtigen Leben sollte man sich also vor alten Ziegen hüten. Die leichte Faser ist sehr angenehm zu tragen, kratzt nicht auf der Haut und kann Wärme speichern und wieder abgeben. Weltweit größter Mohair-Produzent ist Süd-Afrika. Da der Ertrag an Ziegenhaar nicht besonders groß ist, kostet Kid-Mohair-Wolle ein wenig mehr als andere Wollarten. Damit Du Dich nicht ärgerst, empfehlen wir auch hier eine Handwäsche bei nicht mehr als 30 Grad.
Alpaca Wolle Alpacas sind über und über mit Wolle bedeckt. Eigentlich kann man fast nur die Knopfaugen sehen, solange sie nicht geschoren sind. Die friedliebenden und freundlichen Gesellen sind verwandt mit Kamelen, Dromedaren oder auch Lamas. Sie besitzen jedoch keine Höcker noch spucken sie wahllos herum (nur, wenn sie sauer sind oder sich bedroht fühlen). Alpakas gehen einmal im Jahr zum Friseur, wobei dann bis zu 3 kg Wolle anfallen können. Ihre Wolle gibt es in verschiedenen natürlichen Farbvarianten, was uns Färbern das Leben ab und an erleichtert. Die Wollfasern zeichnen sich durch ihre Weichheit, ihr geringes Gewicht, die hypoallergene Eigenschaft und die hohe wärmeregulierende Fähigkeit aus.
Baby Alpaca Wolle Baby-Alpaca-Wolle ist besonders weich und flauschig, stammt aber nicht zwangsläufig von Baby Alpacas, sondern kann auch die feinste Wolle eines heranwachsenen Alpacas bezeichnen, das zum ersten Mal geschoren wird. In jedem Fall ist sie besonders weich und stellt als Begriff eine Qualitätsstufe von weicher Wolle dar. Mit einem Wert von 20 – 23 Micron gehört das federleichte Haar zu den wertvollsten Wollfasern, die es gibt. Der niedrige Lanolinwert macht sie besonders für Allergiker interessant. Baby-Alpaca-Wolle ist sehr leicht und angenehm zu tragen, ist kuschelig und kann ausgezeichnet Körperwärme speichern, ohne uns nach kurzer Zeit dampfen zu lassen.
Suri  Alpaca Wolle Bob Marley hätte seine helle Freude an den zotteligen Trampeltieren gehabt und neidvoll auf deren majestätische Erscheinung geblickt. Wofür Marleys Friseure Stunden benötigten, hat das Suri Alpaca von Natur aus im Überfluss: Dreadlocks, die in feinen langen Wellen herunterhängen und wie Seide glänzen. Darüber hinaus verfügt die Suri-Alpaca-Wolle über eine besondere Eignung als Winterbekleidung, denn ihre Lockenstruktur macht die Alpacas unempfindlich gegenüber Wind und Wetter, was ihnen insbesondere in ihrem Haupt-Lebensraum in den Hochebenen der Anden zugute kommt. Designer lieben diese Wolle, weil sie auf natürliche Weise elegant, glänzend und luxuriös wirkt und von herausragender Qualität ist.
Merino Wolle Merinowolle ist eine ungeheuer beliebte Wollart, weil sie so besonders weich und zart ist. Es geht die Mär, dass die Spanier als erste die Vorzüge und das Potenzial der Merinowolle entdeckten, als sie sich mit den nach Spanien eingewanderten Merinoschafen eingehender beschäftigten. Heutzutage sind Länder wie Neuseeland, Australien, Argentinien und Südafrika Hauptproduzenten von Merinowolle. Ehrlicherweise muss man sagen, dass Australien es mit dem Tierschutz nicht immer so genau nahm, so dass wir unsere Wolle ganz strikt nur aus Ländern beziehen, die sich dem Tierwohl verpflichtet fühlen und nur mulesingfreie Wolle produzieren. Der feine Zwirn zeichnet sich durch seine antibakterielle, atmungsaktive, temperatur- und feuchtigkeitsregulierende Wirkungsweise aus. Sie ist extrem weich und fein, was unter anderem die höhere Preiskategorie rechtfertigt, in der sich Merino-Wolle befindet. Und zu guter Letzt ist Merinowolle zu 100% biologisch abbaubar, wie Experimente ergeben haben. Also, was will man mehr?
Baby Lama Wie das Alpaka gehört auch das Lama zur Familie der Kameliden, besitzt ebenfalls keinen Höcker. Es ist größer als Alpakas (und spuckt häufiger einfach nur so), auch wenn beide gerne einmal verwechselt werden. Die Lama-Wolle wird aus dem feinen Unterfell der Lamas gewonnen. Auch hier sagt der Begriff „Baby-Lama“ nur wenig über das Alter des Lamas aus, sondern bezeichnet den Feinheitsgrad der Wolle, die auch von heranwachsenden oder halbstarken Tieren stammen kann. Die Wolle des Lamas ist viel feiner als Schafwolle, aber nicht so weich und fein wie Alpaca-Wolle. Lama-Wolle ist dagegen robuster und unempfindlicher und erfordert keine außergewöhnlichen Verrenkungen bei der Pflege und Wäsche. Sie ist leicht, atmungsaktiv, temperaturregulierend und wärmend, was sie zum Allrounder für alle Jahreszeiten macht.
Schurwolle Schurwolle ist grundsätzlich ein Oberbegriff für alle Wollarten, die – wie das Wort aussagt – bei der Schur lebender Tiere gewonnen werden. Als Unterart der Schurwolle gibt es weitere Wollarten wie die feine Merinowolle. Reine Schurwolle besticht durch einen hohen Anteil an natürlichem Wollfett, dem Lanolin, dem entzündungshemmende und hautpflegende Eigenschaften nachgesagt werden. Wer seine Schurwollbekleidung in der Waschmaschine waschen möchte, sollte besonders aufpassen, denn die Maschinenwäsche kann diese natürliche Lanolinschicht zerstören und die Wolle ruinieren. Ein Blick aufs Pflegeetikett kann da helfen. In jedem Fall muss ein Wollwaschmittel her, um die empfindlichen Fasern zu schonen. Ein kleiner Tipp: reine, unbehandelte Schurwolle erkennst Du am Kürzel WV im Etikett oder am Produkt. Nur dann kannst Du sicher sein, dass es sich bei der Wolle nicht um Wolle von toten Tieren oder um recycelte Wolle handelt.
Superwash vs. Non Superwash Superwashed Wolle ist nicht saubere Wolle, und non-superwashed Wolle ist nicht die Schmuddelkinder-Wolle. Nein, superwashed Wolle ist auf eine Weise behandelt worden, durch die die Wolle in einer Waschmaschine bei bis zu 30° gewaschen werden kann, ohne dass sie einläuft oder verfilzt. Jetzt kommt Angeberwissen: Wolle besteht vor allem aus diversen Eiweißstoffen, insbesondere Keratin. Diese Eiweiße bilden eine Art Schuppenschicht um den Wollkern und verleihen der Wolle ihre tollen bekannten Eigenschaften. Diese Eigenschaften verändern sich jedoch nachteilig, wenn diese Schicht durch Laugen und Seife wie bspw. Waschmittel oder auch durch zu hohe Temperaturen entfernt oder zerstört wird. Aus diesem Grund schrumpft und verfilzt die Wolle gern, wenn sie gewaschen wird. Merkwürdigerweise liebt sie es, ohne mit der Faser zu zucken in den tollsten Farben gefärbt zu werden, denn die Eiweiße tolerieren die Behandlung mit diversen Säuren.

Um Wolle dennoch in Waschmaschinen waschbar zu machen, wurde vor mehr als 60 Jahren das Superwash-Verfahren entwickelt, bei dem die natürliche Eiweißschicht durch die Behandlung mit Chlor entfernt und dann durch eine Ummantelung mit Polymeren ersetzt wird. Diese Polymere verhindern das Schrumpfen oder Verfilzen (aber nur bei Beachtung der Pflegeanweisungen). Non-superwashed Wollfasern hingegen dürfen nicht in der Waschmaschine gewaschen werden, denn sie sind naturbelassen und verfilzen, leiern aus oder schrumpfen. Anders als in den 80er Jahren werden die heute beim Superwash-Verfahren anfallenden Abwässer aufgefangen, gereinigt und haben am Ende eine Qualität, die über die unseres herkömmlichen Trinkwassers hinausgeht.

Yak Wolle Alles Gute kommt von oben – so auch die hochwertige Yak-Wolle. Die Yaks sind eine Rinderart und leben in tausenden Meter Höhe im Hochgebirge Zentralasiens. Aus diesem Grund sind sie an Kälte, Wind und schlechtes Wetter gewöhnt und auf alle klimatischen Eventualitäten vorbereitet. Dabei ist es dann recht hilfreich, wenn man sich auf seine warme Wolle verlassen kann. Damit es nicht zu kalt auf der Haut wird, haben die Yaks eine mehrschichtige Wollbekleidung entwickelt, die mehrmals im Jahr geschoren wird. Die feinsten Wollfasern der Unterwolle, auch Baby-Yak genannt, werden sogar ausgekämmt und von den gröberen und dickeren Fasern der darüber liegenden Wollschichten getrennt. Aus diesem Grund ist die Yak-Wolle besonders weich, flaumig, wärmend und vergleichbar hochwertig wie Kaschmir. Es ist zu vermuten, dass diese friedlichen und widerstandsfähigen Tiere die Namensgeber für das klassische Winteraccessoire schlechthin sind: der Strick-Yake.
Kaschmir Wolle Der besserwisserische Schlaumeier wird nun einwenden, dass Kaschmir (oder auch Pashmina) aufgrund seiner Faserstruktur strenggenommen gar keine Wolle, sondern ein Edelhaar ist. Dennoch hat sich der Oberbegriff „Wolle“ eingebürgert, auch wenn die Kaschmir-Wolle nicht von Schafen stammt. Um den Ursprung der Kaschmir-Wolle zu erläutern, zitiere ich ausnahmsweise Wikipedia, denn diese Beschreibung hat mir besonders gefallen: „Die dort beheimatete Gattung der schlappohrigen, gehörnten Kaschmirziegen mit ihren etwa 20 Zuchtformen kommt in den Farbschlägen Weiß, Grau, Braun oder Schwarz vor. Sie zählt zur Familie der Hausziegen, einer Unterart der Wollziegen.“ Wer hätte gedacht, dass die edelste und feinste Faser der Welt von gewöhnlichen „schlappohrigen, gehörnten Ziegen“ stammt, die in den Streichelzoos der Region Kaschmir beheimatet sind. Ja, ja, diese Ziegen wissen ganz genau, was gut ist, lassen sich lieber kämmen statt scheren und sind zudem noch extrem geizig: Der Wollertrag je Ziege ist sehr gering, und sie gönnen uns jährlich maximal nur ein paar hundert Gramm ihrer feinsten Unterwolle. Aufgrund ihrer feinen, flauschigen, wärmenden und höchst exklusiven Qualität ist die Kaschmir-Wolle (besonders die Qualität der mongolischen Kaschmir-Wolle) die teuerste Faser der Welt. Ob Winter oder Sommer, Herbst oder Winter: wegen ihrer herausragenden Produkteigenschaften ist sie ideal für alle Jahreszeiten geeignet. Allein aus diesem Grunde schon sollte die Pflege- und Waschanweisung penibelst und streng befolgt werden.
Baumwolle Hm, was hat denn die Erwähnung ordinärer Baumwolle hier unter all den tollen Merino-, Mohair-, Yak- oder Kaschmirwollarten zu suchen? Aber vergessen wir mal nicht, dass die überwiegende Mehrheit aller Textilprodukte Baumwolle enthält und die Menge an geernteter Baumwolle jährlich steigt. Da wir uns jedoch der Problematik des sehr hohen Wasserverbrauchs beim Baumwollanbau mit Folgen für Umwelt und Klima bewusst sind, stammt die Baumwolle in unseren Produkten ausschließlich aus biologischem Anbau in Peru. Hier wird die Baumwolle von lokalen Kleinbauern mit deutlich reduziertem Wasserverbrauch, unter Verzicht auf gentechnisch manipulierte Pflanzen und ohne Einsatz von Pestiziden angebaut. Baumwollpflanzen sind sehr robust und könnten 10 Jahre und länger auf den Feldern stehen. Da sie jedoch von Jahr zu Jahr weniger Ertrag bringen, werden sie nach einem Jahr abgeerntet und im Boden als Dünger wieder untergearbeitet. Es werden also große Anstrengungen unternommen, um nachhaltiger zu arbeiten. Dennoch ist der CO2-Ausstoss weiterhin sehr hoch – pro Baumwoll-T-Shirt etwa 7 – 9kg CO2. Da geht also noch eine ganze Menge in Bezug auf Nachhaltigkeit und Ökobilanz. Denkt auch daran, wenn Ihr das nächste Mal wieder 10 T-Shirts für 5 EUR bei Prim… oder Zar…oder H&…angeboten bekommt. Investiert lieber in gute Wolle und fabriziert Eure individuellen Meisterstücke selbst. Ansonsten ist Euch Baumwolle mit den natürlich auch sehr positiven Eigenschaften bekannt, so dass dazu nichts weltbewegend Neues mehr ergänzend zu sagen ist. Ach so, Baumwolle wächst übrigens nicht am Baum, sondern an bis zu 6m hohen Sträuchern. Das ist nun eher Expertenwissen und ändert nichts daran, dass man zum Pflücken ab einer bestimmten Höhe besser eine Leiter dabei hat.